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JA zu einem echten Neuanfang

NEIN zur revidierten Verfassung der reformierten Kirche beider Appenzell an der Abstimmung vom 19. Juni 2022

Ohne den Heiligen Geist

Das Problem zeigt sich an der vorgeschlagenen Präambel. Sie lautet:

Im Vertrauen auf die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi, das Wirken der Heiligen Geistkraft und verankert in den Schriften des Alten und des Neuen Testaments geben sich die Mitglieder der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell folgende Verfassung.

Diese Formulierung widerspricht allem, was den Generationen vor uns Mut und Erfinderkraft geschenkt hat. Sie sagt sich los von dem, was Millionen von Menschen auf der ganzen Welt tröstet und mit Hoffnung begabt.

In allen Kirchen auf der ganzen Welt werden die Menschen getauft auf den Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. In vielen hundert Sprachen tönt das natürlich immer anders. Aber immer ist gesagt: Gott ist geheimnisvoll. Niemand kann sich eine richtige Vorstellung von ihm machen. Gott ist ein einziger. Und er ist doch der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Gott ist Liebe. In ihm haben der Schöpfer, der Erlöser und der Vollender eine je andere Aufgabe. Das wissen wir, weil Gott sich so offenbart hat. Und müssen das so respektieren. Denn es gibt viel Leidvolles und Böses. Viele Tiere und Menschen sind nicht fröhlich und frei. An Gott glauben, dass er gut ist, können wir nur, wenn er selber uns überzeugt. Das tut er durch den Heiligen Geist!
Der Heilige Geist ist keine blosse Kraft. Er ist eine Person. «Er wird euch leiten in aller Wahrheit», hat Jesus versprochen (Johannes 16,13). Wie ein sanfter Wind berührt er das Gewissen und bewirkt, dass wir Geduld haben und in der Hoffnung fröhlich sein können. Er weiss, was wir dazu nötig haben, und gibt es uns – in dem Mass, wie das auf ewig gut ist für uns. Das glauben unzählig viele Menschen in unzählig vielen Ländern. Für viele ist das der einzige Trost, wenn sie kämpfen müssen mit Unglück, Unrecht, Gewalt.
Nun behauptet die Prä­ambel der neu geschriebenen Verfassung: Der Heilige Geist ist keine Person. Er ist eine Kraft. Damit überhebt sich die Kirche über die Grundlagen, die gelegt sind für das christliche Gottvertrauen.
Denn im Glauben fühlen sich die Menschen von Gott geleitet. Sie verlassen sich darauf: Gott führt mich. Er sorgt dafür, dass es gut kommt. Jesus bestätigt das und sagt: Ja, das tut Gott – durch den Heiligen Geist! – Jetzt behauptet die Ver­fassung: Nein. Der Heilige Geist ist nur eine Kraft. Sie wirkt. Doch dass sie zum Guten wirkt, dafür müssen die Menschen sorgen. Anders gesagt: Die Kirche will sich nicht leiten lassen vom Heiligen Geist. Sie will eine «Heilige Geistkraft» nutzen für sich.

Die meisten denken wahrscheinlich: Das sind nur Worte. Warum über sie streiten? Doch aus den Worten erwächst eine Haltung. Jesus sagt: Wer in meinen Worten bleibt, den macht die Wahrheit frei (Johannes 8,32).

Der Heilige Geist wirkt, was er will: Drei Beispiele:

1. Vernünftige Erkenntnisse und überprüfbare Ziele

sind grundlegend für den Glauben in einer demokratisch freien Gesellschaft. Die heilige Katharina wurde seit dem Mittelalter verehrt:Eine hochgebildete Frau. Der Heilige Geist hat sie an alles erinnert, was Jesus gesagt hat (Johannes 14,26). Mutig und sachkundig verteidigte sie die Wahrheit des Evangeliums. Sie wird dargestellt mit einem Rad. Denn

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2. In der globalisierten Welt…

ist es wichtig, dass alle Kirchen in einem kritischen Austausch sind miteinander.Jakob Künzler war ein besonders eindrückliches Beispiel dafür. Er war tief verwurzelt in der Tradition seiner evan­­g­elischen Kirche. Gerade darum konnte er Menschen anderer Kon­fessionen und Religionen respektvoll, kritisch und mit grosser innerer Frei­heit begegnen. Vielen konnte er zu

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3. Wirksame Reformen…

müssen ihre Wurzeln haben in dem, was gewachsen ist.Walter Klarer, der Reformator des Appenzeller­landes, ist ein Beispiel, wie das Vertrauen auf den Heiligen Geist nachhaltige Neuerungen möglich macht. Klarer wollte nicht total alles erneuern. Er konstatierte aber: Hier und dort widersprechen Gewohn­heiten dem Bibelwort. Bestimmte kirchliche Gesetze sind von Menschen

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Die neue Verfassung trennt die reformierte Landeskirche von diesem Erbe. Sie ersetzt den Heiligen Geist durch eine blosse Kraft.

Dazu müssen die Kirchenmitglieder NEIN sagen.